Joker

JokerIch liebe Kino!

Ich liebe es, wenn die Hände feucht werden und sich in die Armlehnen krallen, weil einen die Spannung fesselt. Ich liebe es, die Konflikte des Helden mit zu erleben und zu durchleiden, weil ich weiß, dass irgendwann der Nachspann kommt, das Licht im Saal wieder angeht und wir alle über die Popcorn-Reste und leeren Pappbecher hinweg aus dem Saal zurück in die Realität torkeln – vielleicht nachdenklich, vielleicht geläutert, auf jeden Fall aber gut unterhalten.

Dann gibt es da aber noch die anderen „Vorführungen“: Sogenannte Manager stehen neben einer Leinwand, auf der gerade eine Textwüste von PowerPoint versandet und grinsen einem ihre Motivationsfloskeln ins Gesicht – wie toll das Unternehmen ist, wie viel man schon erreicht hat und wie viel mehr man noch mit diesen so engagierten Mitarbeitern vorhat. Und keine zwei Wochen später lassen die gleichen Manager verkünden, dass sie sich mal eben von fast der Hälfte ihrer Mitarbeiter trennen wollen; nähere Details fände man auf einer Intranet-Seite (die es tatsächlich aber noch gar nicht gibt). Da spielt dann auf einmal die grossartige Leistung in der Vergangenheit keine Rolle mehr, auch nicht, dass man überhaupt kein Konzept hat, wie es nach dem Weggang der Kompetenz in diesem Bereich weitergehen soll: Hauptsache, Personalkosten gespart!

Irgendwie erinnert mich seitdem das Lächeln der Manager immer an das des Jokers in den Batman-Filmen, und ihre Denkweise scheint stark von Schizophrenie geprägt zu sein. Nur leider gibt es im Leben außerhalb des Kinosaals keinen Dunklen Ritter, der den Joker in Arkam Asylum einsperrt; und leider weiß man im wirklichen Leben auch nicht, wann endlich der Nachspann kommt.

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